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Lederhose: Darauf beim Kauf unbedingt achten

Welche Lederhose ist die Richtige? Soll man in einem Fachgeschäft, online oder gar beim Discounter kaufen? Tipps für den Weg zur Ledernen, die glücklich macht.

Nicht nur die Temperaturen steigen. Auch die Anlässe, die kurze Lederhose aufzutragen, häufen sich in der warmen Jahreszeit. Wer noch keine hat, steht vor der Entscheidung für die richtige Ausführung. Ob kurze, Kniebund- oder lange Lederhose: Was ist beim Kauf zu beachten?

 

Das Glanzstück in einem trachtigen Kleiderschrank ist natürlich die Hirschlederne. Hirschleder ist weich und dennoch robust und langlebig. Die Anschaffung ist zwar nicht günstig, macht sich aber über die Jahre bezahlt. Eine hirschledener Hose ist nicht nur eine Anschaffung fürs Leben, sie kann sogar zum Erbstück werden. Die Preise für die Hirschlederhose von der Stange bewegen sich etwa zwischen 800 Euro und 1.500 Euro – je nach Verarbeitung und Applikationen wie Stickereien. Die Preise für handgemachte, maßgeschneiderte Lederhosen steigen natürlich entsprechend.

Qualität für den kleineren Geldbeutel

Die günstigere hochwertige Alternative ist eine Hose aus Wildbockleder. Das ist eine trachtige Bezeichnung für Leder der Wildziege. Der Begriff ist in der Modebranche üblich. Wildbockleder ist dünner als Hirschleder, aber ebenso weich und auch langlebig. Die Preise bewegen sich von etwa 250 Euro bis 400 Euro. Auch hier machen die Preisunterschiede die Applikationen aus.

Lederhose vom Discounter?

Ich empfehle: Finger weg! Dass eine Lederhose für 39 Euro nicht die Qualität eines Stückes für 300 Euro haben kann, sagt schon der Hausverstand. Vor der Oktoberfest-Saison werben Discounter in ganz Deutschland für die passende „Tracht“. Abgesehen davon, dass man außerhalb Bayerns und Österreichs das Wiesnoutfit gerne als Verkleidung sieht, wird man mit einer Billig-Lederhose nicht glücklich. Denn die Hosen bestehen meist aus billigem Rindsvelourleder, das bei weitem nicht so robust ist, wie Wildbock- oder gar Hirschleder. Dazu kommt, dass die Stücke meist in asiatischen Billigländern produziert werden. Alleine schon der lange Transportweg zeugt nicht unbedingt von Nachhaltigkeit. Auch der Herstellungsprozess lässt Fragen offen: Für die Chromgerbung gibt es zum Beispiel in Indien oder China keine hohen Umweltstandards. Innerhalb der EU hingegen ist die Verwendung der für diese Art der Gerbung notwendigen Chemie genau geregelt.

Online bestellen oder im Fachhandel kaufen?

Die Frage, ob man eine Lederhose im Fachhandel kaufen oder online bestellen soll, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Natürlich hat der Besuch eines Geschäftes Vorteile: Man wird beraten und kann die Lederhose anprobieren. Aber gerade in Regionen außerhalb Bayerns und Österreichs sind Trachtengeschäfte rar. Was tun? Onlineshopping und Fachhandel schließen sich nicht aus! Denn viele Fachhändler und Hersteller vertreiben ihre qualitativ hochwertigen Kollektionen auch online. Selbst in Amazon finden sich seriöse Anbieter, die zusätzlich zu ihren Fachgeschäften ihre Ware über den Amazon Marketplace vertreiben. Wer sich dazu entscheidet, in Amazon nach der Lederhose zu suchen, sollte sich mit dem Anbieter beschäftigen und auch auf dessen Website schauen.
Übrigens: Ob im Laden oder online – die Lederhose immer eine Nummer kleiner kaufen! Denn Leder ist ein Naturmaterial, das arbeitet und sich ausdehnt. Wenn man die Lederhose einen Tag lang mit leichtem Zwicken und Bauch einziehen trägt, wird sie zur zweiten Haut.

Nachhaltigkeit ist im Kommen

Immer mehr Hersteller greifen auf den Prozess des sämisch Gerbens zurück. Entweder sie produzieren nur sämisch gegerbte Lederwaren oder haben diese zu den konventionell gegerbten im Sortiment. Sämisch gerben ist allerdings keineswegs neu! Die Methode gibt es schon seit etwa 6.000 v. Chr. Sie ist also die ursprüngliche Variante des Gerbens. Dabei wird Tran (Fischöl) zum Oxidieren gebracht. Fischöl hat besonders viel ungesättigte Säuren. Diese verbinden sich mit Luftsauerstoff und bewirken den Gerbeffekt. Sämisch verarbeitete Produkte sind also völlig frei von Chemie. Eine nachhaltige Alternative zu konventionell gegerbtem Leder. Der manuelle Mehraufwand schlägt sich natürlich im Preis nieder.

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